eine sehn Sucht

Sunday, September 28th, 2008

die Seele sehnt sich
stöhnt und spannt sich an
saitenstark
und sehnt sich ihrer Liebe
klar ins Tageslicht zu sehn
doch weint und stellt sich an
und sehnt und spielt ihr Geigenlied
die kleinen grauen Wolken ‘rein

oh krumme Welt
oh grades Licht
du weiter Raum
vergisst mich nicht
meine Liebe mein
meine armen lehren Arme
sollten ja hier und um ihr sein

die Wolken aber zeigen
den Seelensang
wie öde Schafe
ihr öden Rücken ihr

und die Welt brummt
nur im gleichen Ton
rund und rund
ihre eigene Haut entlang

das grade Licht
er kennt die Sehnsucht nicht

der leere Raum
der spürt und spürt
den Abstand kaum

zonrich traurich
schrumpft die Seele
und macht sich klein
zieht sich hilflos
immer tiefer
in einer dumpfen Eigenwelt hinein
wo ihre Stimme stecken bleibt
Hier und Jetzt sich spalten
Gedanken auseinanderfalten
und das Weinen und die Lieder
schwinden
heise und letzendlich

stille

im
punkt

im Nadelloch

da dünsten sich die Tränen hoch
zu trauerlosen Wolken hoch
zusammen sich vereinent
vom Hirtenwind davongezogen

der lehre kahle Knochenmann
von seiner sehnende Seele
nun getrennt und sich entfernt
umarmt die runde Weltenhaut
und findet so sein Halt zurück

der klargewordener Blick
antwortet dem Lichte
im gleichen Gradenwinkel
Farbenformenspiel

und aus Gedankentrümmer ‘raus
vereinen sich das Hier und Jetzt
hoch und her im heilen Raum
wo die Zeit eins und Weben ist
aus Liebes Licht und Wärme

wie der Alltag immer kommt

Tuesday, January 1st, 2008

wir beissen in Assche
Nachts
und stolpern und sterben

kommt ein Engel

und spricht

aufstehen
weitergehen

und vielen hören ihm nicht
nicht richtig im Schlafzustand
und der Tag kommt
und die Sonne erschüttert uns alle
und zieht uns wieder empor

Freund im Spiegel

Thursday, December 21st, 2006

Ungeheuer
ab und zurück
zurück
mein Freund

Heut nicht
nicht so viel gegessen

Angehaucht
und nichts

wie nichts

wie weg
gegangen

allein Nachts
nach Haus
ums Haus herum

und weiter mein Freund
mach weiter so

der

der Weissnichts

der

der nichts wüsste
der

der
mein Freund der

der ist gegangen und
hatt dort gerufen

dort hatt er gestanden
auch
mit Stimme laut
mit Beine
still

und rigsumher
am Teppich
der Nebel

der hatt
hatt ihm erwisscht
der

der atmet noch
der
hatt ja nichts gegessen
der Freund

mein Freund du

du Weitwegmensch

Ungeheuer

du
bist ja gegangen
ohne ein Mund und ohne Ohre
so stille und ohne ohne

du Freiwilliger
du Regungsloser

hast ja nichtst gesagt

du

du dort du

und legst dich
hin am Teppich du

mann sieht dich nicht
und kaum des Ahnungs- …

du rollst dich ein
kannst ja nicht
schlafen so

oder so

ebenfalls
du Frechdachs

du
Der ohne Anorack

du Wilder

Fliehemensch du
Unfreihwilliger

kehr zurück
rolle dich
hin und her

und ringumher

und denkst du
du bist’ne Wiege
und bist es nicht
und denkst
du seiest in Frieden
das bist du nicht

und machst es dich bequem
aber es will nicht wirklich

nicht wirklich mein Freund

willst du schlafen
weisst es nicht

willst ‘ne Tugend
findest du nicht

findest nicht

und hörst dir deinen Götter an

nun

die schweigen jetzt
die sind gegangen

sind nicht zu Hause

nicht mehr zu Hause

ist nix da
mein Freund

nix
zu
und abgegangen

und doch wieder
vor der Tür

du

die Ungeheuere Tür

sie ist ja zu

völlig zu mein Freund

völlig zu